Supply Chain Management (SCM)

Unternehmen produzieren ihre Produkte und Dienstleistungspakete in den seltensten Fällen allein. Vielmehr erbringen sie die Leistungen für ihre Kunden in einem geschäftsübergreifenden Kooperationsnetzwerk — einer Supply Chain —, dem diverse Geschäftspartner wie Produzenten, Lieferanten, Distributoren und Drittanbieter angeschlossen sind. Zur gemeinsamen Leistungserstellung tauschen Unternehmen, insbesondere jene die das Customer Relationship Management (CRM) betreiben, üblicherweise kundenbezogene Informationen über die an das CRM-Gesamtsystem gekoppelten SCM-Systeme aus, die im Wesentlichen auf einem B2B-Portal und einem webbasierten Extranet beruhen.

Dabei handelt es sich meistens um Informationen über die Bestellungen der Kunden, den momentanen Auftrags- und Lieferstatus, die besonderen Wünsche der Kunden an die Produktgestaltung und die Zahlungs- und Adressierungsdaten. Zudem teilen CRM-praktizierende Unternehmen ihren Geschäftspartnern oft auch kundenbezogene Analyseergebnisse mit, die auf die Präferenzen und die Abschlusswahrscheinlichkeiten für Produkte und Dienstleistungen hinweisen, welche einzelne Geschäftspartner der Supply Chain anbieten.

Diese kundenbezogenen Informationen sind für die Geschäftspartner zur Vermarktung ihrer eigenen Produkte von grossem Interesse. Vor allem CRM-praktizierende Unternehmen sind daher oft daran interessiert, die z. B. mit Data Mining oder OLAP identifizierten kundenbezogenen Verkaufs- und Auftragspotenziale für betriebsfremde Produkte gegen eine geldwerte Gegenleistung jenen Geschäftspartnern der Supply Chain zu überlassen, die diese in ihrem Leistungskatalog bzw. Sortiment führen. Derartige Kundendaten werden daher gerne auch für das betriebsexterne Cross-Selling und Up-Selling verwertet.

Der überbetriebliche Austausch und die gemeinsame Verwertungen von Kundendaten oder kundenbezogenen Analyseergebnissen unterstehen jedoch dem schweizerischen und europäischen Datenschutzrecht und sind daher rechtlich heikel. Es müssen verschiedene rechtliche Anforderungen erfüllt sein, damit die geschäftsübergreifende Nutzung von Kundendaten im Rahmen einer Supply Chain zulässig ist. Wir helfen Ihnen dabei, Ihre Supply Chain datenschutzkonform zu gestalten und zu betreiben.

Der Datenschutz beim Vertrieb

Der nicht datenschutz-konforme Vertrieb über eine Supply Chain kann in der Praxis rechtliche Folgen haben. Der "Spiegel" und andere Medien berichteten anfangs Oktober 2009 zum Beispiel, dass vier Vertriebspartner der Deutschen Telekom unrechtmässig auf Datensysteme des Konzerns zugegriffen haben sollen. Die vier Vertriebspartner hätten die Datenschutz-verpflichtungen und die vereinbarten Vertriebs-methoden mit der Deutschen Telekom nicht eingehalten.

Insbesondere hätten die Subunternehmer der vier Vertriebspartner ohne Autorisierung Call Center mit der Kundenanwerbung beauftragt und ihnen dazu rechtswidrig den Zugriff auf bestimmte Vertriebsportale ermöglicht. Die Telekom habe deshalb Strafanzeige erstattet. Ausserdem fordere die Telekom die Rückzahlung von überhöhten Provisionen und erhebe Vertragsstrafe. Der Betrag belaufe sich auf ca. 1,5 Millionen Euro.


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